Der Körper sagt, was Worte nicht zu sagen vermögen.

Martha Graham

WAS IST EIN TRAUMA ?

Unsere Seele in Totalüberforderung: zu viel - zu schnell - zu plötzlich!

Ein Psycho-Trauma entsteht nach einem lebensbedrohlichem Ereignis, welches unsere Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten überfordern.

Wenn wir so bedroht sind, dass weder ein gegen die Situation ankämpfen - no fight - noch ein Fliehen - no flight - möglich ist, sodass es zu einem sog. "freeze" Zustand, einem seelischen Einfrieren kommt.

Es gibt akute und chronifizierte Traumata, denen ein Schock vorausgehen. Fachleute sprechen von Monotraumata und seriellen Traumatisierungen.

Jedenfalls erkennt der traumatisierte Mensch es nicht unbedingt selbst, dass er/sie traumatisiert ist. Besonders dann, wenn es um kollektive Erfahrungen (zB. Kriegstraumatisierungen,...) handelt.

Es gibt Naturkatastrophen und Man-Made-Desaster, also von Menschen verursachte Traumata. Letztere wirken immer schwerer in unserer Psyche!

Auch müssen die Schreckensereignisse nicht selbst erlebt worden sein. Das Zusehen von Extremsituationen reicht ebenso schon aus um (sekundär) traumatisiert zu werden, sowie wir heute auch von Transgenerationalen Traumata sprechen: Traumatisierende Erlebnisse unserer Eltern, Großeltern, usw., die auf ihre Kinder und Enkelkinder weitergewirkt haben.

Was passiert dabei?

Es werden (soziale, emotionale, szenische) Verbindungen abgerissen. Einzelne Wahrnehmungen werden im Gehirn einzeln statt im Kontext des Ereignisses gemeinsam eingespeichert.
Das erklärt, warum wir oft die traumatischen "Szenen" nicht berichten können.

Dazu ein erklärendes Video von Dami Charf.

TRAUMASYMPTOMATIK

Die Posttraumatische Belastungsstörung

ist eine mögliche Folgereaktion eines oder mehrerer traumatischer Ereignisse.


›wie z. B. Erleben von körperlicher und sexualisierter Gewalt, auch in der Kindheit (sogenannter sexueller Missbrauch), Vergewaltigung, gewalttätige Angriffe auf die eigene Person, Entführung, Geiselnahme, Terroranschlag, Krieg, Kriegsgefangenschaft, politische Haft, Folterung, Gefangenschaft in einem Konzentrationslager, Natur- oder durch Menschen verursachte Katastrophen, Unfälle oder die Diagnose einer lebensbedrohlichen Krankheit –‹

die an der eigenen Person, aber auch an fremden Personen erlebt werden können.

In vielen Fällen kommt es zum Gefühl von Hilflosigkeit und durch das traumatische Erleben zu einer Erschütterung des Selbst- und Weltverständnisses.*

* Text aus S3 Leitlinie Posttraumatische Belastungsstörung ICD-10: F43.1

Symptome PTBS / PTSD als mögliche Traumafolgestörung

Die typischen Merkmale sind das wiederholte Wiedererleben des Traumas in sich

  • aufdrängenden Erinnerungen (Flashbacks)
  • Träumen oder Albträumen
  • Gefühl von Betäubtsein / emotionaler Stumpfheit
  • Freudlosigkeit / Gleichgültigkeit / Teilnahmslosigkeit
  • Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, welche die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten

  • Übererregtheit mit gesteigerter Aufmerksamkeit (Vigilanzsteigerung)
  • erhöhter Schreckhaftigkeit
  • Gestörter Schlaf

  • Die PTSD wird oft von Angsterkrankungen und Depression begleitet. Bei schwer Betroffenen können auch Suizidgedanken auftreten.

    Die PTSD kann über viele Jahre andauern, hat bei intensiver Therapie aber langfristig gute Besserungschancen. In einigen Fällen kann sie aber aus dem chronischen Verlauf heraus in eine
  • Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) übergehen.



TRAUMA BEHANDLUNG

Behandlungsansätze

Es gibt verschiedene Trauma Expositions Behandlungsansätze. 

Ich arbeite nach einer ausreichenden Stabilisierungsphase mit dem KReST-Modell von Lutz-Ulrich Besser:

Dies ist eine Screentechnik Traumabearbeitung und -integration durch ressourcenorientierte Traumaexposition und -synthese, die aus den Ansätzen von Luise Reddemann und Ulrich Sachsse weiterentwickelt wurde.

Einfacher ausgedrückt, suchen wir die belastenden Ereignissen, die wir wie Filmszenen gemeinsam bauen und  "screenen", also auf eine bestimmte Art und Weise zusammen ansehen.

Wir gehen hierbei einen gemeinsamen Weg. Sie erhalten auch fachliche Informationen, damit Sie verstehen was wir tun. Sie werden achtsam begleitet. Wir nehmen die Zeit, die sie brauchen.

EIne stabile Lebenssituation zu haben ist dabei ebenso sehr wichtig.